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1. Beschreibung der Symptome
2. Mögliche Ursachen
3. Verhaltensmaßnahmen & Hausmittel
4. Wann sollte man den Arzt konsultieren?
Viele werdende Mütter kennen das: die Schuhe werden immer enger und die Füße dicker, die darüber liegende Haut spannt, die Beine fühlen sich schwer an und die Hände sind so geschwollen, dass der Ehering nicht mehr passt. Aber auch Genitalbereich und das Gesicht und die Augenlider können anschwellen. Dies sind alles Erscheinungsbilder schwangerschaftsbedingter Wassereinlagerungen, die man als Ödeme bezeichnet. Das Ödem ist ein Symptom und typisches Beschwerdebild in der Schwangerschaft, insbesondere im letzten Trimenon. Es kann aber auch Folge verschiedenster Erkrankungen sein. Man kann die Ödeme nach unterschiedlichen Kriterien unterteilen, z.B., ob sie generalisiert oder nur regional auftreten. Typisch für die Schwangerschaft sind eindrückbare Schwellungen. Nicht eindrückbare Schwellungen können Zeichen einer Lymphabflussstörung sein.
In der Regel sind die Wassereinlagerungen stärker ausgeprägt, je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist – bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Die Beschwerden sind meist am Abend schlimmer, nach langem Stehen und vor allem an warmen Sommertagen. Im Normalfall sind Ödeme unbedenklich, wenn auch störend und unangenehm. Das Gute ist, dass sich die Ödeme nach der Geburt des Kindes vollständig zurückbilden. Bei manchen Frauen kann es allerdings sein, dass die Wassereinlagerungen kurz nach der Geburt erst zunehmen, was viele verunsichert, aber kein Grund zur Sorge ist. Das Auftreten von Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft hat mehrere Ursachen.
Die Voraussetzung für die Bildung eines Ödems ist eine Veränderung des Flüssigkeitsaustauschs zwischen Blutgefäß und umliegenden Gewebe. Der Austritt von Flüssigkeit aus der Kapillare ist abhängig vom hydrostatischen Druck und vom kolloidosmotischen Druck.
Der hydrostatische Druck bewirkt einen Austritt von Wasser in das Gewebe, der kolloidosmotische Druck bindet das Wasser in den Kapillaren und hält es zurück. Diese beiden Kräfte befinden sich im Idealfall im Gleichgewicht. Wenn dieses System nun außer Kontrolle gerät, kann ein Ödem entstehen. Man geht davon aus, dass das Hormon Progesteron einen großen Teil dazu beiträgt. Dieses Hormon sorgt dafür, dass die Blutgefäße sich weiten, an Elastizität verlieren und insgesamt durchlässiger werden. Hinzu kommt, dass die Blutmenge und damit auch der gesamte Flüssigkeitsanteil in der Schwangerschaft zunehmen. Der Blutfluss zurück zum Herzen ist verlangsamt, da durch das Größenwachstum der Gebärmutter die untere Hohlvene und Beckenvenen abgedrückt werden. Auch der Elektrolythaushalt verändert sich innerhalb der Schwangerschaft. Alle diese Faktoren begünstigen den Flüssigkeitsaustritt in das umliegende Gewebe.
Mit Yoga kannst du dir etwas Linderung schaffen. Stehhaltungen führen dazu, dass die Venenpumpe aktiviert wird und der Abtransport überschüssiger Flüssigkeit unterstützt wird. Aber auch sanfte Umkehrhaltungen wie Viparita Karani eignen sich perfekt gegen schwere Beine. Auch wenn es sich unlogisch anhört: Achte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr mit mindestens 2 Litern am Tag und eine ausgewogene proteinreiche Ernährung. Auf entwässernde Maßnahmen, Tees oder andere Hausmittel solltest du verzichten, damit du und das Baby gut versorgt seid.
Regelmäßige Bewegung und Sport regen Stoffwechsel und Kreislauf an und unterstützen die Venenpumpe. Wechselduschen treiben entgegensteuernde Regulationsmechanismen an.
Bei Schweregefühl in den Beinen und an heißen Sommertagen empfiehlt es sich mehrmals täglich die Beine hochzulegen. Wenn du auf Arbeit viel Stehen oder lange Sitzen musst, lohnt es sich zusätzlich Kompressionsstrümpfe zu tragen.
Nachts kann man die Beine etwas höher lagern, um den Rückfluss zum Herzen zu unterstützen. Vermeide unbedingt das Tragen von zu enger Kleidung oder Schuhe oder störenden Schmuck.
Ödeme entwickeln sich langsam und bestehen wie bereits erwähnt vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel. Sollte es bereits vorher zu einem plötzlichen Auftreten der Ödeme kommen mit rascher Gewichtszunahme, kann das auf eine beginnende ernstzunehmende Erkrankung, die Präeklampsie, hindeuten. Diese geht mit einem erhöhten Blutdruck und einer vermehrten Eiweißausscheidung im Urin einher. Im Video zu Bluthochdruck wird dieses Krankheitsbild genauer erläutert.
Eine einseitige Beinschwellung kann Zeichen einer tiefen Beinvenenthrombose sein. Das sollte auch unbedingt ärztlich abgeklärt werden.